Jahreshauptversammlung 2026
Imker stellen sich neuen Herausforderungen.
2025 wird erneut als Wärmerekordjahr in die Geschichte eingehen -
eine Entwicklung, die auch die Imkerei zunehmend vor große
Herausforderungen stellt. Zwar gilt die Biene als wärmeliebendes Insekt,
doch die Klimaveränderungen und die Globalisierung setzten den Völkern
spürbar zu. Veränderte Trachtsituation mit verfrühten und verkürzten
Blühzeiten, ausbleibende Winterruhe, sowie neue invasive Arten wie die
Asiatische Hornisse oder die Varroamilbe gefährden das Überleben der
Bienenvölker. Ohne den kenntnisreichen Einsatz der Imker wäre ein
Bienensterben kaum noch zu verhindern.
Mit diesen eindringlichen Worten eröffnete der 1.Vorsitzende Dr. Hans
Martin Steiger die Jahreshauptversammlung des Bienenzuchtvereins
Memmingen im vollbesetzten Bürgerhaus in Buxach. Der große Andrang
zeige deutlich, dass sich die organisierte Imkerschaft ihrer
Verantwortung bewusst sei.
Gleichzeitig wertete Steiger die hohe Beteiligung als starke Anerkennung
für die engagierte Vereinsarbeit, die auf vielen Schultern ruht und die
sich bis heute deutlich gewandelt habe. Während bei der Gründung vor 140
Jahren vor allem die Honigproduktion im Vordergrund stand, sieht sich
der Verein heute als aktiver Unterstützer für das Überleben der
bestäubenden Insekten. Das gilt insbesondere für die weitaus
bedrohteren „wilden Schwestern“, den sog.Wildbienen.
Großes Interesse verzeichnen die alljährlichen Anfänger- und
Einsteigerkurse, die regelmäßig gut besucht sind. Sie zeigen, dass
Imkerei mehr ist als ein kurzlebiger Trend, sondern Wissen und
intensiven Einsatz erfordern. Ziel des Vereins bleibt es, die
Bienenhaltung nachhaltig zu fördern und zugleich auf die veränderten
Umweltbedingungen zu reagieren.
Ein zentraler Treffpunkt ist der Lehrbienenstand in den Woringer
Wäldern. Dort finden zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen
Besuchergruppen -von Kindergärten, Schulen, Vereinen bis hin zu
Feuerwehr-die faszinierende Welt eines Bienenvolks hautnah und
stichfrei erleben können.
Besonders erfreut zeigte sich Steiger über die im Sommer 2026
eintretende neue EU-Honigverordnung, die eine klare
Kennzeichnungspflicht des Ursprungslandes vorschreibt. Bei
Mischungen müssen alle Herkunftsländer genannt werden. Das hilft dem
Konsumenten bei der Kaufentscheidung. Nur wer Honig vom Imker
kauft, trägt zur Bestäubungsverbesserung der heimischen Region bei.
Schriftführerin Patricia Benkart berichtet von einem umfangreichen
Jahresprogramm. Insgesamt 9 Kurse und Vorträge-so viele wie noch nie- sowie der gut
besuchte Anfängerkurs wurden durchgeführt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig
neben dem fachlichen Austausch, auch die Aus- und Weiterbildung für
eine verantwortungsvolle Bienenhaltung ist.
Kassier Ludwig Friedrich konnte eine solide Kassenprüfung vorweisen. Der zweite
Vorsitzende Stefan Honold berichtete von einer sehr positiven
Mitgliederentwicklung, die sich zunehmend jünger und weiblicher
gestaltet. Nach Bericht der Kassenprüfererin Ursula Horender wurde die Vorstandschaft einstimmig
entlastet.
Auch weitere Vorstandsmitglieder, darunter Markus Schedel (Website), Roland Schatz (Lehrbienenstand), Robert Dimter (Pflege
der Außenanlagen) gaben Einblicke in ihre eigenständig betreuten
Aufgabenbereiche.
Einen besonderen Meilenstein konnte Thomas Schedel verkünden:
Der Lehrbienenstandwurde erfolgreich an das Wassernetz der Woringer
Gruppe angeschlossen. Sein Dank galt insbesondere Matthias Streck,
Herbert Grundler und Armin Brader für die große Unterstützung.
Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder: Zu
Ehrenmitgliedern wurden ernannt Hans Fuss , Gerhard Kottek, Thomas
Schedel und Fritz Aldinger.

Die Ehrennadel in Gold (40 Jahre Mitglied) erhielt Franz Hebel, Renate
Mang und Rasim Oranovic. Dr. Steiger dankte den Geehrten für unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz .für Verein und Biene.
Landesverband Bayerischer Imker e.V.
Als deutschlandweit größter Landesverband haben wir über 32 300 Mitglieder,
vorwiegend Nebenerwerbs- und Freizeitimker mit fast 200 000 summenden Bienenvölkern,
und somit bundes- und europaweit eine starke Stimme für die Biene.