Imker stellen sich neuen Herausforderungen
Nur wer Honig vom Imker kauft, trägt zur Bestäubungsverbesserung der heimischen Region bei.
2025 wird erneut als Wärmerekordjahr in die Geschichte eingehen, eine Entwicklung, die auch die Imkerei zunehmend vor große Herausforderungen stellt. Zwar gilt die Honigbiene als wärmeliebendes Insekt, doch Klimaveränderungen und Globalisierung setzten den Bienenvölkern spürbar zu. Veränderte Trachtsituation mit verfrühten und verkürzten Blühzeiten, ausbleibende Winterruhe, sowie neue invasive Arten wie die Asiatische Hornisse oder die Varroamilbe gefährden das Überleben der Bienenvölker. Ohne den kenntnisreichen Einsatz der Imker wäre ein Bienensterben kaum noch zu verhindern.
Mit diesen Worten eröffnete der 1.Vorsitzende Dr. Hans Martin Steiger die Jahreshauptversammlung des Bienenzuchtvereins Memmingen im vollbesetzten Bürgerhaus in Buxach. Der große Andrang zeige deutlich, dass sich die im Verein organisierte Imkerschaft ihrer großen Verantwortung bewusst sei. Gleichzeitig wertete Steiger die hohe Beteiligung als starke Anerkennung für die engagierte Vereinsarbeit, die auf vielen Schultern ruht und die sich bis heute deutlich gewandelt habe. Während bei der Gründung vor 140 Jahren vor allem die Honigproduktion im Vordergrund stand, sieht sich der Verein heute als aktiver Unterstützer für das Überleben der bestäubenden Insekten. Das gilt insbesondere für die weitaus bedrohteren „wilden Schwestern“, den sog. Wildbienen.
Steiger zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse an den alljährlichen Anfänger- und Einsteigerkursen am Lehrbienenstand. Unter der Anleitung erfahrener Imker lernen die Beteiligten das „Imkerhandwerk“, das Wissen und Einsatz erfordert. Ziel des Vereins bleibt es, eine wesensgemäße Bienenhaltung nachhaltig zu fördern.
Der Lehrbienenstand in den Woringer Wäldern ist Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Dort finden zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen Besuchergruppen -von Kindergärten, Schulen, Vereinen bis hin zu Feuerwehr-die faszinierende Welt eines Bienenvolks hautnah und stichfrei erleben können.
Besonders erfreut zeigte sich Steiger über die im Sommer 2026 eintretende neue EU- Honigverordnung, die eine klare Kennzeichnungspflicht des Ursprungslandes vorschreibt. Bei Mischungen müssen alle Herkunftsländer genannt werden. Das hilft dem Konsumenten bei der Kaufentscheidung. Steiger appellierte an die Verbraucher: Nur wer Honig vom Imker kauft, trägt zur Bestäubungsverbesserung der heimischen Region bei.
Schriftführerin Patricia Benkart konnte von einem umfangreichen Jahresprogramm berichten. Insgesamt 9 Kurse und Vorträge-so viele wie noch nie- wurden angeboten und rege besucht. Dabei wurde deutlich, wie verantwortungsvoll die Bienenhaltung wahrgenommen wird und wie notwendig der fachliche Austausch für eine wesensgemäße Bienenhaltung ist.
Kassier Ludwig Friedrich konnte eine solide Vereinskasse vorweisen. Der zweite Vorsitzende Stefan Honold berichtete von einer sehr positiven Mitgliederentwicklung, die sich zunehmend jünger und weiblicher gestaltet. Nach Bericht der Kassenprüferin Ursula Horender wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Weitere Vorstandsmitglieder, darunter Markus Schedel (Website), Roland Schatz (Lehrbienenstand), Robert Dimter (Pflege der Außenanlagen) gaben Einblicke in ihre eigenständig betreuten Aufgabenbereiche.
Einen besonderen Meilenstein konnte Thomas Schedel verkünden: Der Lehrbienenstand wurde erfolgreich an das Wassernetz der Woringer Gruppe angeschlossen. Sein Dank galt insbesondere Matthias Streck, Herbert Grundler und Armin Brader für die große Unterstützung.
Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder: Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt Hans Fuss , Gerhard Kottek, Thomas Schedel und Fritz Aldinger. Die Ehrennadel in Gold (40 Jahre Mitglied) erhielt Franz Hebel, Renate Mang und Rasim Oranovic, die silberne Ehrennadel.
Dr. Steiger dankte den Geehrten für unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz für Verein und Biene.
Landesverband Bayerischer Imker e.V.
Als deutschlandweit größter Landesverband haben wir über 32 300 Mitglieder,
vorwiegend Nebenerwerbs- und Freizeitimker mit fast 200 000 summenden Bienenvölkern,
und somit bundes- und europaweit eine starke Stimme für die Biene.